Die BPKS contra Fartacek!

BPKS contra Fartacek

Die BPKS kritisiert die Aussagen von Herrn Fartace

Die BPKS kritisiert die Aussagen von Herrn Fartacek aufs Schärfste:
Die BPKS hat sich zum Ziel gesetzt wachsam und kritisch die Entwicklung der Kleinkindpädagogik zu beobachten, sich an öffentlichen Gesprächen und Diskussionen zu beteiligen, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Kleinkindpädagogik und der außerschulischen Bildung aufmerksam. Zu machen.
Die Aussage von Herrn Fartacek, dass Kinder verblöden und von Bildung ferngehalten werden, weil sie keinen systematischen Leseunterricht im Kindergarten erfahren, zeigt deutlich eine Fehlentwicklung auf und entspricht überhaupt nicht den Prinzipen einer kindgerechten Pädagogik. Diesen entsprechend sind Kinder kompetent und gestalten ihre Entwicklung aktiv mit. Sie sind neugierige und forschende Persönlichkeiten und entwickeln ihre Kompetenzen durch Fragen, Spielen. Experimentieren weiter.
Dieses Bild vom Kind setzt eine respektvolle Haltung gegenüber dem Kind voraus.

Herr Fartacek hat offensichtlich ein ganz anderes Menschenbild, das davon ausgeht, dass Erwachsene bestimmen, was Kinder brauchen und dann ob gut und böse oder über intelligent und dumm urteilen.

Wenn 15 bis 20% der Menschen schlecht lesen, ist das bedauerlich, aber bestimmt nicht auf die Verantwortung der Pädagoginnen in Kindergärten und anderen Einrichtungen der Vorschulpädagogik zurückzuführen. Und der so genannte Bildungsnotstand ist auf keinen Fall durch ein einseitiges Leseprogramm zu beheben.
An dem Punkt setzt der nächste Kritikpunkt an, wenn Bildung auf das Erlernen der Kulturtechniken reduziert wird.
Bildung ist mehr als Lesen, mehr als Schulbildung und mehr als Wissensvermittlung.
Bildung erfasst den Menschen in seiner Gesamtpersönlichkeit. Bildung ist der Weg zu sich selber und hat immer mit Eigeninitiative zu tun.
In der Bildung und Erziehung im Kindergarten und anderen pädagogischen Einrichtungen muss daher das Kind mit seinen Interessen und Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen.

Wir vom Vorstand der BPKS möchten alle Pädagoginnen ermutigen, an dem Prinzip der Kindorientiertheit festzuhalten und sich nicht von so genannten internationalen Studien und Vergleich irritieren zu lassen.

Die Pisa Studie hat zwar eine Bildungsdiskussion ausgelöst, die die Kleinkindpädagogik tangiert. Herausgekommen ist jedoch ein immenser Leistungsdruck auf die Kinder und auf die Pädagoginnen, aber kein Bekenntnis dafür, mehr Geld für die die Strukturqualität in der Elementarpädagogik auszugeben.

Betrachtet man die Geschichte der Kindergartenpädagogik, so flammen immer wieder aufgrund gesellschaftlicher Ereignisse Diskussionen über die Vorschulerziehung auf und es werden Bildungskampagnen gestartet, jedoch nicht zum Wohle des Kindes, sondern aus gekränkter Eitelkeit.
Vor ca. 50 Jahren löste der Sputnik Schock eine heiße Bildungsdebatte aus, da es die Amerikaner nicht ertragen konnten, dass ihnen die Russen in der Weltraumforschen überlegen waren. Es gab ähnliche Argumente wie heut. Man sprach von Bildungskatastrophe und es wurden Lese- und Rechnungsprogramme und Vorschulmappen entwickelt.
Derzeit ist es der PISA Schock, mit dem so manche nicht fertig werden und wiederum versucht man, die Bedeutung der Kleinkindpädagogik hervorzuheben, indem man alle Verantwortung auf diesen Bereich schiebt. Die Gehirnforschung, die besagt dass das Gehirn nie wieder so viel aufnimmt wie im Vorschulbereich, wird dafür missbraucht, das Kind im wahrsten sinn des Wortes voll gestopft werden.

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